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von DNWE Vorstand | 01.02.2011
von Prof. Dr. habil. Josef Wieland | 30.09.2010
von Achim Halfmann | 13.04.2010
von Joachim Fetzer | 24.05.2012
Wenn es richtig ist, von einem „Anfang der Wirtschaftsethik“ zu sprechen, dann gehörte Prof. Dr. Dr. hc.mult. Peter Koslowski, geb. am 2.10.1952, in Deutschland zu den Wegbereitern. Er begleitete das DNWE aktiv seit dessen Gründung, war Mitglied im Kuratorium seit 1995 und seit 2002 Leiter des Arbeitskreises „Compliance und Ethik in Finanzinstitutionen“.
Als Mensch und Wissenschaftler wählte er deutliche Worte und eigenständige Gedanken, die meist nicht dem Mainstream entsprachen. Er verband die Tradition des Naturrechts mit der wirtschaftsethischen Diskussion. Er war ein Mahner gegen Pflichtvergessenheit und Hochstapelei – v.a. in seinem 2011 neu überarbeiteten Buch „Ethik der Banken“. Von den „Pflichten des Bankwesens aus der Natur seiner Aufgabe“ ist dort die Rede und drastische Vergleiche machen deutlich, worum es geht:
- Es geht um Sachgerechtigkeit bzw. um eine nüchterne Klugheitsethik: „Kartoffeln eignen sich nicht für Alchemie und Magie, Geld schon. Um beim Umgang mit Geld nicht in Phantasmata zu verfallen, muss man es sehen wie Kartoffeln. Nüchternheit, Skepsis und Realismus gegenüber dem eigenen Wunsch, den Wert zu überschätzen …“
- Es geht um Tauschgerechtigkeit und die Frage der persönlichen Verantwortung im System und für das System: „Die Fleischerinnung in Köln pflegte Innungsmitglieder, die zuviel Wasser in die Wurst getan hatten, zu zwingen, vor allen Innungsmitgliedern Wasser aus dem Rhein zu trinken …. weil sie sich bewusst waren, dass ein Wurstpanscher nicht nur sie, sondern alle Fleischer in Misskredit brachte und das Vertrauen in ihr Produkt erschütterte. ... Die Finanzbranche hat sich durch gepanschte Produkte in Misskredit gebracht.“
Gleichzeitig war Peter Koslowski ein Freund der Freiheit und der Marktwirtschaft und kritisierte den schnellen Ruf nach staatlicher Regulierung: „Die Finanzwirtschaft hat (wie jede Branche) das Recht zu handeln aus sich selbst, nicht als staatliche Lizenz zum Handeln. … Unternehmen die gesellschaftliche Lizenz zum Handeln (licence to operate) zu geben, ist der falsche Ausdruck. … Der Staat gewährt nicht Freiheit, sondern er gewährleistet sie.“
„Ethik ist ein Korrektiv für Ökonomieversagen. Religion ist ein Korrektiv für Ethikversagen.“ Diese Leitsätze durchzogen schon seine „Prinzipien der Ethischen Ökonomie“ 1988. Folgerichtig prägte auch die Auseinandersetzung mit religiösen Fragen sein weiteres Werk. Als letztes erschien im Januar 2012 der zweite Band von „Endangst und Erlösung“ mit dem Untertitel: Rechtfertigung, Vergeltung, Vergebung, Erlösung.
Das Leben des Menschen und Wissenschaftlers Peter Kosloswki endete am 15. Mai 2012. Die Auseinandersetzung mit seinem Werk und seinen kritischen Fragen bleibt unsere Aufgabe.
Vorstand und Kuratorium des Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik im Mai 2012
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