Zumwiederholten Male lud am vergangenen Donnerstag das DNWE
Regionalforum Rhein-Main in Kooperation mit PricewaterhouseCoopers
dazu ein, gemeinsam mit Vertretern aus Wissenschaft und Praxis Themen
der Wirtschafts- und Unternehmensethik zu diskutieren.
DNWE-Vorstandsmitglied Prof. Joachim Fetzer eröffnete mit einem
kurzen Rückblick auf die vergangenen fünf Veranstaltungen der
erfolgreichen Reihe „Unternehmen Integrität“ und bat danndie beiden Referenten
Caspar von Hauenschild (Transparency International) und Sebastian
Maucher (PwC) darum, zum Thema „Glaubwürdige Compliance nach der
Krise: Der Faktor Mensch“ zu sprechen.
Caspar
von Hauenschild betonte zu Beginn seines Vortrages, dass seine
Ausführungen auf Beobachtungen basierten, die er während seiner
dreißig jährigen Tätigkeit in führenden Positionen des Bankwesens
gemacht habe. Ist der Begriff der Compliance lediglich ein Modewort?
Warum braucht glaubwürdige und effiziente Compliance System,
Transparenz und Führung? Zwei für von Hauenschild entscheidende
Fragen in der Compliance Diskussion, die er ausführlich und
facettenreich beantwortete. So sei Compliance kein Modewort, da
bereits vor der Krise Gesetze und Leitlinien (bspw. Deutscher
Corporate Governance Codex) existierten. Von Hauenschild erwartet
allerdings einen Paradigmen-wechsel aufgrund der Krise, welche in
seinen Augen zu einer Extension der Compliance-aktivitäten führen
wird, gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass damit kein Anti-Krisen
Tool geschaffen sei. Die besten Compliance Instrumente seien nämlich
wirkungslos, wenn sie nicht mit Glaubwürdigkeit, insbesondere auf
der Führungsebene, umgesetzt würden. In dem damit angesprochenen
menschlichen Versagen - der „kollektiven Unvernunft“ der Akteure
auf dem Finanzmarkt - sieht von Hauenschild die Ursachen der Krise.
Um dem entgegenzuwirken müsse daher Compliance mit System,
Transparenz und Führung in die betrieblichen Abläufe integriert
werden, und dies bräuchte vor allem Übung, Übung, Übung.
Der
zweite Vortrag des Abends beschäftigte sich mit dem Begriff der
Transparenz. Sebastian Maucher, der sich im Zusammenhang eines
Dissertationsprojektes aus Sicht der Ökonomik mit Überlegungen zur
Transparenz auseinandersetzt, stellte seine Überlegungen vor und
wies darauf hin, dass Transparenz seiner Meinung nach nicht
zwangsläufig positive Folgen haben müsse. Er differenzierte unter
anderem Transparenz im Sinne von Nachvollziehbarkeit und Transparenz
im Sinne von Informationsverfügbarkeit und kam zu dem Schluss, dass
Transparenz alleine kein Vertrauen sichern könne.
Im
Anschluss an die Vorträge entstand eine lebhafte Diskussion, an der
auf Seiten des Auditoriums unter anderem die
DNWE-Kuratoriumsmitglieder Prof. Leisinger und Prof. Steinmann
partizipierten. Neue Denkanstöße, die sich hierbei offenbarten,
wurden anschließend bei einem Empfang mit Buffet bis in die späten
Abendstunden in persönlichen Gesprächen weiter verfolgt.
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Kommentar von Frieder Schwitzgebel | 19.05.2009
Die interaktiven Features des neuen dnwe-Auftrtitts tun doch gleich ihre Wirkung.