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Ungarn sagt Korruption den Kampf an
von Achim Halfmann | 13.04.2010
Budapest > Bei den Parlamentswahlen im krisengeschüttelte Ungarn hat
die konservative Fidesz-Partei eine absolute Mehrheit errungen. Damit kehrt
der frühere Ministerpräsident Viktor Orban nach acht Jahren in der
Opposition
in sein Amt zurück. Am gestrigen Montag sagte der designierte
Regierungschef der weit verbreiteten Korruption den Kampf an.
Wirtschaftsexperten halten die Korruption für eines der drängendsten Probleme
der ungarischen Wirtschaft. So schätzt Gabor Papanek, Forscher am
ungarischen Wirtschaftsforschungsinstitut GKI, den Schaden durch Korruption
auf jährlich eine Milliarde Forint. Im Gespräch mit der österreichischen
Zeitung Wirtschaftsblatt verwies er auf die enge Beziehung zwischen
Korruption, überbordender Bürokratie und Offshore-Unternehmen. In Ungarn gilt
derzeit die "Nokia-Schachtel" als greifbares Sinnbild für Korruption. In
diese Originalverpackung für das Nokia-Mobiltelefon und sein Zubehör passen
genau 15 Millionen Forint (das sind etwa 60.000 Euro). In
solchen "Nokia-Schachteln" hat Zsolt Balogh, ehemaliger kommissarischer Chef
der Budapester Verkehrsbetriebe (BKV), nach eigenen Worten die
von BKV-Auftragnehmern eingesammelten Bestechungsgelder dem
sozialistischen Budapester Vizebürgermeister Miklós Hagyó überbracht,
berichtet die österreichische Zeitung Der Standard.
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Letzte Bearbeitung: 23.04.2009
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