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Preis für Unternehmensethik des DNWE

Der Preis für Unternehmensethik wird vom Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik verliehen an Unternehmen oder andere Organisationen, die ihre Geschäftspolitik und Geschäftskultur so organisiert und ausgerichtet haben, dass ethisches Verhalten und Handeln in und durch dieses Unternehmen oder diese Organisation in Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig gefördert werden.

Die Kriterien
Die Auszeichnung stellt entwicklungspolitische Aktivitäten in den Vordergrund, wie sie insbesondere in den Kriterien des Global Compact formuliert wurden. Als weitere Prüfkriterien gelten Prozesshaftigkeit und Nachhaltigkeit, die sich in einem bestimmten Projekt oder einer bestimmten Geschäftspolitik des Unternehmens oder der Organisation manifestieren.

Prozesshaftigkeit bedeutet, dass der Preis nicht für individuelle Handlungen von Personen vergeben wird. Es ist vielmehr zu prüfen, ob in einer Organisation ein die Unternehmensethik fördernder Prozess ernsthaft eingeleitet wurde und gelebt wird. Einzelpersonen werden in diesem Zusammenhang stellvertretend für das auszuzeichnende Unternehmen oder die auszuzeichnende Organisation geehrt.

Nachhaltigkeit bedeutet, dass der Preis nicht für Einzelaktionen oder nur kurzfristig wirkende Maßnahmen zur Unternehmensethik vergeben wird. Es ist vielmehr zu prüfen, ob ein Unternehmen oder eine Organisation strukturell wirksame unternehmensethische Projekte und geschäftspolitische Maßnahmen eingeleitet hat.

Prozesshaftigkeit und Nachhaltigkeit bedeuten auch, dass nicht "das Gute" (gute Tat, gute Menschen) ausgezeichnet wird, sondern Organisationen und Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, die ethische Verfassung und Sensibilisierung der Wirtschaft zu verbessern.

Der Preis bezieht sich in erster Linie auf deutsche Unternehmen und Organisationen, schließt aber eine Vergabe im europäischen Raum nicht aus. Diese Auszeichnung wird in einer offiziellen Feierstunde vergeben, die die Resonanz und Relevanz des Anliegens in der Öffentlichkeit fördert.

Preisträger der vergangenen Jahre

Ristic AG
2008 / 2010
(Doppelauszeichnung)
Auszeichnung 2010: Die Ristic AG ist Vorreiter im Kampf um einen umwelt- und sozialverträglichen Garnelenfang. Ausgezeichnet wird der jahrelange, besonders vielschichtige, proaktive und kreative Ansatz der Firma zur nachhaltigen Sicherung maritimer Ressourcen.


Ethikpreis BSCIAuszeichnung 2008: Die Business Social Compliance Initiative (BSCI) dafür, wie im Zuge dieser internationalen Verbandsinitiative des Einzelhandels darum gerungen wird, in den weltweiten Beschaffungsstrukturen der einzelnen Mitgliedsunternehmen transparente und nachprüfbare soziale Standards zu etablieren, um zur Entwicklung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen in den Lieferländern beizutragen.

Novartis


2006

Novartis AG, Basel für die konsequente konzernweite Umsetzung der 10 Prinzipien des Global Compact und deren Einbettung in bestehende Managementprozesse.
Faber Castell


2004

Faber Castell AG, Stein bei Nürnberg für ihre vorbildlichen und wegweisenden Initiativen zur Durchsetzung einer ethisch orientierten Geschäftspolitik, insbesondere bei der Entwicklung und Durchsetzung der umfangreichen Sozialcharta im Rahmen des integrierten Managementsystems FABIQUS.
Puma


2002

Puma AG, Herzogenaurach in Anerkennung ihrer beispielhaften Bemühungen bei der Gestaltung und Umsetzung ihrer Sozial- und Umweltstandards (S.A.F.E. – Social Accountability & Fundamental Environmental Standards).
OTTO


2000

Otto Versand GmbH & Co, Hamburg für die ganzheitlichen Strategien und die vorbildlichen und wegweisenden Leistungen zur Durchsetzung sozialer Mindeststandards bei der Produktion von Konsumgütern in den Importmärkten.
Die Preisjury
Die DNWE-Mitglieder werden im zweijährigen Rhythmus dazu aufgerufen, Kandidaten für den Preis für Unternehmensethik vorzuschlagen. Eine Jury prüft die eingegangenen Vorschläge im Hinblick auf die Vergabekriterien und wählt den zukünftigen Preisträger aus.

Die Mitglieder der Preisjury:

Prof. Dr. Albert Löhr
Vorstandsvorsitzender des DNWE

Prof. Dr. Horst Steinmann

Mitglied des Kuratoriums

Karl-Hermann Blickle
Mitglied des Kuratoriums

Gerhard Hütter

Graf Albrecht von Hardenberg