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Preis für Unternehmensethik 2012

Der Preis für Unternehmensethik wird vom Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik (DNWE) seit dem Jahr 2000 im Zweijahresturnus an beispielgebende Initiativen um die praktische, prozessorientierte Ausgestaltung der Unternehmensethik vergeben.

 

Im Jahr 2012 ehrt das DNWE die

Tchibo GmbH, Hamburg

für die Bemühungen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Geschäftstätigkeit insbesondere im Non-Food-Bereich. Mit seinem Worldwide Enhancement of Social Quality (WE) Programm bemüht sich Tchibo in vorbildlicher Weise um den Dialog mit den Geschäftspartnern und insbesondere um die Einbeziehung lokaler Stakeholder sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Herstellungsbetrieben, um so zur Verbesserung der sozialen
und ökologischen Lage vor Ort beizutragen.

 

Informationen zur Preisverleihung

 

Die Gründe für die Preisverleihung im Einzelnen:

 

1. Von der Compliance-Fixierung zum sozialen Dialog: Im Bereich des Non-Food-Geschäfts, welches bei Tchibo circa 60% ausmacht, wird das Worldwide Enhancement of Social Quality (WE) Programm als neuer Ansatz zu einer sozialverträglichen Produktion in Entwicklungsländern gewürdigt. Schwerpunkt dieses Projekts ist der soziale Dialog im Produktionsland, bei dem in zukunftsweisender Form alle lokalen Stakeholder eingebunden sind. Dieser Verleihungsgrund bezieht sich auf die Produktions- und Beschaffungsseite.

2. Vom Produktmanagement zum ethischen Mehrwert: Es wird gewürdigt, dass Tchibo nicht beim notwendigen ersten Schritt der Verbesserung der Produktionsbedingungen stehen bleibt, sondern ihr ethisches Engagement mit geeigneten Marketinginstrumenten kommuniziert. Damit wird der Verbraucher stärker als bisher in die ethische Mitverantwortung beim Produktkauf einbezogen.

3. Von der Konfrontation zur Kooperation: Tchibo bemüht sich in vorbildlicher Weise um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit NGO´s, Siegel- und Multistakeholderinitiativen.

 

[hier zum download]: Die Laudatio und Begründung der Preisverleihung von Prof. Dr. Dr. h.c. Horst Steinmann.

 

[hier zum download]: Die Presseinformation zur Preisverleihung

 

Kontakt:

Deutsches Netzwerk Wirtschaftsethik - EBEN Deutschland e.V.
Geschäftsstelle Bayreuther Str. 35, 10789 Berlin
Tel: +49(0) 30  236 276 75
eMail: info@dnwe.de

 

Die Preisverleihung

 

Die Verleihung des mit € 10.000 dotierten Preises fand im Rahmen eines Empfanges am 9. November 2012, um 10:00 Uhr im Audimax der Tchibo GmbH, City Nord in Hamburg statt.

 

Einladung zur Veranstaltung als Download

 

Es sprachen:

 

Dr. Markus Conrad, Vorstandsvorsitzender der Tchibo GmbH,
Begrüßung
 

Prof. Dr. Josef Wieland, Vorstandsvorsitzender des DNWE
Grußwort
 

Prof. Dr. Albert Löhr in Vertretung des erkrankten Karl-Hermann Blickle, Vorsitzender der Preisjury des DNWE
Der Preis für Unternehmensethik
 

Prof. Dr. Horst Steinmann, Mitglied der Preisjury des DNWE
Laudatio
 

Dr. Markus Conrad, Vorstandsvorsitzender der Tchibo GmbH
Dankeswort

 

Die Preisjury und der Vorstand des DNWE danken der Stiftung Apfelbaum - Lernprojekt für Ko-Evolution und Integration und der Stiftung S.H.A.R.E für die Initiierung und Finanzierung des Preises für Unternehmensethik.

 

Übergabe der Urkunde "Preis für Unternehmensethik 2012"
v.l.n.r.: Achim Lohrie (Leiter Unternehmensverantwortung Tchibo GmbH), Horst Steinmann, Markus Conrad, Albert Löhr, Josef Wieland

Preis für Unternehmensethik des DNWE

Der Preis für Unternehmensethik wird vom Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik verliehen an Unternehmen oder andere Organisationen, die ihre Geschäftspolitik und Geschäftskultur so organisiert und ausgerichtet haben, dass ethisches Verhalten und Handeln in und durch dieses Unternehmen oder diese Organisation in Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig gefördert werden.

Die Kriterien
Die Auszeichnung stellt entwicklungspolitische Aktivitäten in den Vordergrund, wie sie insbesondere in den Kriterien des Global Compact formuliert wurden. Als weitere Prüfkriterien gelten Prozesshaftigkeit und Nachhaltigkeit, die sich in einem bestimmten Projekt oder einer bestimmten Geschäftspolitik des Unternehmens oder der Organisation manifestieren.

Prozesshaftigkeit bedeutet, dass der Preis nicht für individuelle Handlungen von Personen vergeben wird. Es ist vielmehr zu prüfen, ob in einer Organisation ein die Unternehmensethik fördernder Prozess ernsthaft eingeleitet wurde und gelebt wird. Einzelpersonen werden in diesem Zusammenhang stellvertretend für das auszuzeichnende Unternehmen oder die auszuzeichnende Organisation geehrt.

Nachhaltigkeit bedeutet, dass der Preis nicht für Einzelaktionen oder nur kurzfristig wirkende Maßnahmen zur Unternehmensethik vergeben wird. Es ist vielmehr zu prüfen, ob ein Unternehmen oder eine Organisation strukturell wirksame unternehmensethische Projekte und geschäftspolitische Maßnahmen eingeleitet hat.

Prozesshaftigkeit und Nachhaltigkeit bedeuten auch, dass nicht "das Gute" (gute Tat, gute Menschen) ausgezeichnet wird, sondern Organisationen und Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, die ethische Verfassung und Sensibilisierung der Wirtschaft zu verbessern.

Der Preis bezieht sich in erster Linie auf deutsche Unternehmen und Organisationen, schließt aber eine Vergabe im europäischen Raum nicht aus. Diese Auszeichnung wird in einer offiziellen Feierstunde vergeben, die die Resonanz und Relevanz des Anliegens in der Öffentlichkeit fördert.

Preisträger der vergangenen Jahre

Ristic AG
2008 / 2010
(Doppelauszeichnung)
Auszeichnung 2010: Die Ristic AG ist Vorreiter im Kampf um einen umwelt- und sozialverträglichen Garnelenfang. Ausgezeichnet wird der jahrelange, besonders vielschichtige, proaktive und kreative Ansatz der Firma zur nachhaltigen Sicherung maritimer Ressourcen.


Ethikpreis BSCIAuszeichnung 2008: Die Business Social Compliance Initiative (BSCI) dafür, wie im Zuge dieser internationalen Verbandsinitiative des Einzelhandels darum gerungen wird, in den weltweiten Beschaffungsstrukturen der einzelnen Mitgliedsunternehmen transparente und nachprüfbare soziale Standards zu etablieren, um zur Entwicklung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen in den Lieferländern beizutragen.

Novartis


2006

Novartis AG, Basel für die konsequente konzernweite Umsetzung der 10 Prinzipien des Global Compact und deren Einbettung in bestehende Managementprozesse.
Faber Castell


2004

Faber Castell AG, Stein bei Nürnberg für ihre vorbildlichen und wegweisenden Initiativen zur Durchsetzung einer ethisch orientierten Geschäftspolitik, insbesondere bei der Entwicklung und Durchsetzung der umfangreichen Sozialcharta im Rahmen des integrierten Managementsystems FABIQUS.
Puma


2002

Puma AG, Herzogenaurach in Anerkennung ihrer beispielhaften Bemühungen bei der Gestaltung und Umsetzung ihrer Sozial- und Umweltstandards (S.A.F.E. – Social Accountability & Fundamental Environmental Standards).
OTTO


2000

Otto Versand GmbH & Co, Hamburg für die ganzheitlichen Strategien und die vorbildlichen und wegweisenden Leistungen zur Durchsetzung sozialer Mindeststandards bei der Produktion von Konsumgütern in den Importmärkten.

Die Preisjury
Die DNWE-Mitglieder werden im zweijährigen Rhythmus dazu aufgerufen, Kandidaten für den Preis für Unternehmensethik vorzuschlagen. Eine Jury prüft die eingegangenen Vorschläge im Hinblick auf die Vergabekriterien und wählt den zukünftigen Preisträger aus.

Die Mitglieder der Preisjury (2012):

Karl-Hermann Blickle
Vorsitzender der DNWE-Preisjury und Mitglied des Kuratoriums
 
Prof. Dr. Michael Aßländer
 

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Hansen
Mitglied des Kuratoriums
 
Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus M. Leisinger
Vorsitzender des Kuratoriums
 

Prof. Dr. Albert Löhr
 

Martin Priebe
 

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Horst Steinmann
Mitglied und Ehrenvorsitzender des Kuratoriums