Preis für Unternehmensethik 2016

Der Preis für Unternehmensethik wird vom Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik (DNWE) seit dem Jahr 2000 im Zweijahresturnus an beispielgebende Initiativen um die praktische, prozessorientierte Ausgestaltung der Unternehmensethik vergeben.

Im Jahr 2016 ehrte das DNWE die

 

VAUDE GmbH, Tettnang

 

für die Bemühungen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Geschäftstätigkeit im Outdoor-Bereich. Mit einem umfassenden CSR-Programm, das gleichermaßen soziale und ökologische Aspekte in alle Facetten der Geschäftstätigkeit integriert, ist VAUDE vorbildlich bei der Umsetzung ethischer Standards.

VAUDE zeigt, dass soziale und ökologische Nachhaltigkeit nicht im Gegensatz zu wirtschaftlichem Erfolg stehen muss, sondern ihn im Gegenteil auch beflügelt. Sichtbare Zeichen für die konsequente Umsetzung ökologischer und sozialer Kriterien innerhalb der Unternehmenspolitik sind eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur und eine authentische, an ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit ausgerichtete Wertorientierung, die sich beispielsweise in einem auf Langlebigkeit und Reparaturfreundlichkeit ausgerichteten Produktdesign und der Suche nach alternativen Rohstoffen widerspiegelt.

Laudation von Frau Prof. Dr. Eigenstetter

Presseerklärung VAUDE & DNWE

Presseerklärung Hochschule Niederrhein

Presseerklärung CSR Kompetenzzentrum Textil

Die Preisverleihung

Die feierliche Verleihung des mit € 10.000 dotierten Preises fand am 22. Februar 2016 an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach statt. Diese  Preisverleihung markierte zugleich den Beginn der Arbeit des vom Land NRW geförderten "CSR-Kompetenzzentrum Textil- und Bekleidungswirtschaft Niederrhein" u.a. in Zusammenarbeit mit dem DNWE.

Programm:

Begrüßung:   Prof. Dr. Dr. Alexander Prange, Vizepräsident Forschung der Hochschule Niederrhein
Grußworte: Katharina Schwalm-Schäfer, Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk NRW
Prof. Dr. Josef Wieland, Vorstand Deutsches Netzwerk Wirtschaftsethik
Prof. Dr. Michael Aßländer, Vorstand der Preisjury Deutsches Netzwerk Wirtschaftsethik
Laudatio: Prof. Dr. Monika Eigenstetter
Mitglied der Preisjury Deutsches Netzwerk Wirtschaftsethik
Vortrag: Dr. Antje von Dewitz, Geschäftsführerin der VAUDE GmbH
„Überblick über das Engagement des Unternehmens“

 

Die Preisjury und der Vorstand des DNWE danken der Stiftung Apfelbaum - Lernprojekt für Ko-Evolution und Integration und der Stiftung S.H.A.R.E für die Initiierung und Finanzierung des Preises für Unternehmensethik.

   

Preis für Unternehmensethik des DNWE

Der Preis für Unternehmensethik wird vom Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik verliehen an Unternehmen oder andere Organisationen, die ihre Geschäftspolitik und Geschäftskultur so organisiert und ausgerichtet haben, dass ethisches Verhalten und Handeln in und durch dieses Unternehmen oder diese Organisation in Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig gefördert werden.

Die Kriterien
Die Auszeichnung stellt entwicklungspolitische Aktivitäten in den Vordergrund, wie sie insbesondere in den Kriterien des Global Compact formuliert wurden. Als weitere Prüfkriterien gelten Prozesshaftigkeit und Nachhaltigkeit, die sich in einem bestimmten Projekt oder einer bestimmten Geschäftspolitik des Unternehmens oder der Organisation manifestieren.

Prozesshaftigkeit bedeutet, dass der Preis nicht für individuelle Handlungen von Personen vergeben wird. Es ist vielmehr zu prüfen, ob in einer Organisation ein die Unternehmensethik fördernder Prozess ernsthaft eingeleitet wurde und gelebt wird. Einzelpersonen werden in diesem Zusammenhang stellvertretend für das auszuzeichnende Unternehmen oder die auszuzeichnende Organisation geehrt.

Nachhaltigkeit bedeutet, dass der Preis nicht für Einzelaktionen oder nur kurzfristig wirkende Maßnahmen zur Unternehmensethik vergeben wird. Es ist vielmehr zu prüfen, ob ein Unternehmen oder eine Organisation strukturell wirksame unternehmensethische Projekte und geschäftspolitische Maßnahmen eingeleitet hat.

Prozesshaftigkeit und Nachhaltigkeit bedeuten auch, dass nicht "das Gute" (gute Tat, gute Menschen) ausgezeichnet wird, sondern Organisationen und Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, die ethische Verfassung und Sensibilisierung der Wirtschaft zu verbessern.

Der Preis bezieht sich in erster Linie auf deutsche Unternehmen und Organisationen, schließt aber eine Vergabe im europäischen Raum nicht aus. Diese Auszeichnung wird in einer offiziellen Feierstunde vergeben, die die Resonanz und Relevanz des Anliegens in der Öffentlichkeit fördert.

Preisträger der vergangenen Jahre

Tchibo

2012

Im Jahr 2012 ehrte das DNWE die Tchibo GmbH, Hamburg, für die Bemühungen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Geschäftstätigkeit insbesondere im Non-Food-Bereich. Mit seinem Worldwide Enhancement of Social Quality (WE) Programm bemüht sich Tchibo in vorbildlicher Weise um den Dialog mit den Geschäftspartnern und insbesondere um die Einbeziehung lokaler Stakeholder sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Herstellungsbetrieben, um so zur Verbesserung der sozialen und ökologischen Lage vor Ort beizutragen.

Ristic

2010

Die Ristic AG ist Vorreiter im Kampf um einen umwelt- und sozialverträglichen Garnelenfang. Ausgezeichnet wird der jahrelange, besonders vielschichtige, proaktive und kreative Ansatz der Firma zur nachhaltigen Sicherung maritimer Ressourcen.

BSCI

2008

Die Business Social Compliance Initiative (BSCI) erhält den Preis für ihre Bemühungen im Rahmen der internationalen Verbandsinitiative des Einzelhandels (FTA) in den weltweiten Beschaffungsstrukturen der einzelnen Mitgliedsunternehmen transparente und nachprüfbare soziale Standards zu etablieren, um zur Entwicklung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen in den Lieferländern beizutragen.

Novartis

2006

Novartis AG, Basel für die konsequente konzernweite Umsetzung der 10 Prinzipien des Global Compact und deren Einbettung in bestehende Managementprozesse.

Faber Castell

2004

Faber Castell AG, Stein bei Nürnberg für ihre vorbildlichen und wegweisenden Initiativen zur Durchsetzung einer ethisch orientierten Geschäftspolitik, insbesondere bei der Entwicklung und Durchsetzung der umfangreichen Sozialcharta im Rahmen des integrierten Managementsystems FABIQUS.

Puma

2002

Puma AG, Herzogenaurach in Anerkennung ihrer beispielhaften Bemühungen bei der Gestaltung und Umsetzung ihrer Sozial- und Umweltstandards (S.A.F.E. – Social Accountability & Fundamental Environmental Standards).

OTTO

2000

Otto Versand GmbH & Co, Hamburg für die ganzheitlichen Strategien und die vorbildlichen und wegweisenden Leistungen zur Durchsetzung sozialer Mindeststandards bei der Produktion von Konsumgütern in den Importmärkten.

Die Preisjury

Die DNWE-Mitglieder werden im zweijährigen Rhythmus dazu aufgerufen, Kandidaten für den Preis für Unternehmensethik vorzuschlagen. Eine Jury prüft die eingegangenen Vorschläge im Hinblick auf die Vergabekriterien und wählt den zukünftigen Preisträger aus.

Die Mitglieder der Preisjury (2016):

Prof. Dr. Michael Aßländer
Vorsitzender der DNWE-Preisjury

Karl-Hermann Blickle

Prof. Dr. Monika Eigenstetter

Prof. Dr. Albert Löhr

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Horst Steinmann
Mitglied und Ehrenvorsitzender des Kuratoriums

Prof. Dr. Andreas Suchanek