Jubiläumssymposium 2013

Verantwortung für eine Nachhaltige Entwicklung

Symposium am 18. März 2013 in Berlin

Am 18. März 2013 lud das DNWE zum Jubiläumssymposium in das Haus der Commerzbank am Pariser Platz 1. Im mit 100 Personen vollbesetzten Saal brachte das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik zum Ausdruck, wofür es seit seiner Gründung steht: Für die Frage nach der Verantwortung in Wirtschaft und Gesellschaft. Prof. Dr. Joachim Fetzer als geschäftsführender Vorstand begrüßte zunächst die anwesenden Mitglieder des DNWE-Gründungsvorstandes, die Redner und alle Gäste.

Den Auftakt der Gastredner machte Prof. Dr. Berhard Vogel, Ministerpräsident a.D., mit einem Vortrag zu Menschenwürde und Gemeinwohl in der Politik. Prof Dr. Klaus. M. Leisinger stellte danach Überlegungen des UN High-Level-Panel zur Rolle der Unternehmen für eine nachhaltige Entwicklung vor. Er betonte die langfristigen Vorteile von Multistakeholderdialogen, die gerade im Kontext globaler Problemstellungen Konsens und Selbstbindung aller Beteiligten versprechen. Schließlich nahm Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker zum Rio+20-Prozess Stellung und wünschte sich ein global gestaltetes, durchsetzungsfähiges Regelwerk zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen. 

Mehr politische Steuerung in diesem Bereich wünschten sich überraschenderweise auch Vertreter von Faber-Castell, Tchibo und Ristic, die anschließend zum Roundtable geladen waren um darüber zu diskutieren, was es bedeutet, ein „First-mover“ in Sachen Unternehmensverantwortung zu sein. Die Forderung nach mehr politischen Vorgaben blieb allerdings nicht uneingeschränkt – Peter Ristic wies auf die Gefahr einer Überreglementierung hin, die vorbildliche Initiativen mit bürokratischen Hindernissen erdrücken könne. Alle drei Unternehmen sind Träger des vom DNWE verliehenen Preises für Unternehmensethik, der für vorbildliche Initiativen in diesem Bereich verliehen wird.

Am Ende der Veranstaltung zog Prof. Dr. Josef Wieland, Vorsitzender des DNWE, einige Schlussfolgerungen und ein positives Fazit: Was vor 20 Jahren als theoretisches Nischenthema galt, hat heute seinen Weg in die Praxis gefunden; die Schwerpunktthemen des DNWE - Nachhaltige Entwicklung, die Verantwortung von Organisationen sowie Integrität und Compliance - haben ihren Platz in eigenen Firmenabteilungen gefunden. Die großen Herausforderungen der Gegenwart sieht auch Josef Wieland im Management eines globalen Wirtschaftens – und wünscht sich dabei eine Akzentverschiebung: Vom interkulturellen Management, welches die Differenzen betont, hin zu einer transkulturellen Leadership, welche Gemeinsamkeiten sucht und auf diese setzt.

Nach Ende des offiziellen Programms nutzten die anwesenden Gäste beim Empfang rege die Möglichkeit, mit den Rednern und miteinander ins Gespräch zu kommen – und trugen so dem Netzwerkgedanken Rechnung. Wir danken allen Unterstützern, in diesem Fall vor allem der Commerzbank AG, allen Referenten und Gästen für einen interessanten, stimmungsvollen Abend und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen im Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik !

 

Programm

Einladung zum Download (pdf)

Begrüßung

  • Prof. Dr. Joachim Fetzer, geschäftsführender Vorstand der DNWE

Grußwort des Gastgebers

  • Hainer Herkenhoff, Leiter Public Affairs, der Commerzbank AG.

Verantwortung für eine Nachhaltige Entwicklung: eine Einführung

  • Prof. Dr. habil. Josef Wieland, Vorsitzender des DNWE

Menschenwürde und Gemeinwohl in Politik und Wirtschaft. Was ändert sich?

  • Ministerpräsident a.D. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Bernhard Vogel, Ehrenvorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung

Die Rolle der Unternehmen für eine nachhaltige Entwicklung. Überlegungen aus dem UN High-Level-Panel of Eminent Persons on the Post-2015 Development Agenda.

  • Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus M. Leisinger, Chairman der Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung und Mitglied des Sustainable Development Solutions Network. A Global Initiative for the United Nations.

Der Rio-+20-Prozess und die Herausforderungen der Zukunft: Eine Stellungnahme

  • Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Co-Chair International Resource Panel (UNEP), Co-President The Club of Rome

“To be a first-mover” – nicht nur ein Vorteil, sondern auch Herausforderung

  • Roundtable und Diskussion mit Preisträgern des DNWE: Faber-Castell AG (Sarah Riffelmacher), Ristic AG (Peter Ristic), Tchibo GmbH (Achim Lohrie)
  • Moderation: Dr. Annette Kleinfeld, stellvertretende Vorsitzende des DNWE

Die Globalisierung der Wirtschafts- und Unternehmensethik – Einige Schlussfolgerungen

  • Prof. Dr. habil. Josef Wieland, Vorsitzender des DNWE

 

Das Symposium 2013 in Bildern