Preis für Unternehmensethik

Der Preis

Der Preis für Unternehmensethik wird vom Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik seit dem Jahr 2000 im Zweijahresturnus an Unternehmen oder andere Organisationen verliehen, die ihre Geschäftspolitik und Geschäftskultur so organisiert und ausgerichtet haben, dass ethisches Verhalten und Handeln in und durch dieses Unternehmen oder diese Organisation in Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig gefördert werden.

Die Kriterien

Die Auszeichnung stellt entwicklungspolitische Aktivitäten in den Vordergrund, wie sie insbesondere in den Kriterien des Global Compact formuliert wurden. Als weitere Prüfkriterien gelten Prozesshaftigkeit und Nachhaltigkeit, die sich in einem bestimmten Projekt oder einer bestimmten Geschäftspolitik des Unternehmens oder der Organisation manifestieren.

Prozesshaftigkeit bedeutet, dass der Preis nicht für individuelle Handlungen von Personen vergeben wird. Es ist vielmehr zu prüfen, ob in einer Organisation ein die Unternehmensethik fördernder Prozess ernsthaft eingeleitet wurde und gelebt wird. Einzelpersonen werden in diesem Zusammenhang stellvertretend für das auszuzeichnende Unternehmen oder die auszuzeichnende Organisation geehrt.

Nachhaltigkeit bedeutet, dass der Preis nicht für Einzelaktionen oder nur kurzfristig wirkende Maßnahmen zur Unternehmensethik vergeben wird. Es ist vielmehr zu prüfen, ob ein Unternehmen oder eine Organisation strukturell wirksame unternehmensethische Projekte und geschäftspolitische Maßnahmen eingeleitet hat.

Prozesshaftigkeit und Nachhaltigkeit bedeuten auch, dass nicht „das Gute“ (gute Tat, gute Menschen) ausgezeichnet wird, sondern Organisationen und Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, die ethische Verfassung und Sensibilisierung der Wirtschaft zu verbessern.

Der Preis bezieht sich in erster Linie auf deutsche Unternehmen und Organisationen, schließt aber eine Vergabe im europäischen Raum nicht aus. Diese Auszeichnung wird in einer offiziellen Feierstunde vergeben, die die Resonanz und Relevanz des Anliegens in der Öffentlichkeit fördert.

Die Jury

Die DNWE-Mitglieder werden im zweijährigen Rhythmus dazu aufgerufen, Kandidaten für den Preis für Unternehmensethik vorzuschlagen. Eine Jury prüft die eingegangenen Vorschläge im Hinblick auf die Vergabekriterien und wählt den zukünftigen Preisträger aus.

Die Mitglieder der Preisjury (2018)

  • Prof. Dr. Michael Aßländer
    Vorsitzender der DNWE-Preisjury
  • Karl-Hermann Blickle
  • Prof. Dr. Monika Eigenstetter
  • Prof. Dr. Albert Löhr
  • Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Horst Steinmann
    Mitglied und Ehrenvorsitzender des Kuratoriums
  • Prof. Dr. Andreas Suchanek

Liste der Preisträger

  • 2018/19: Vereinigung MaxTex, Frankfurt
  • 2016:  VAUDE GmbH, Tettnang
  • 2012:  Tchibo GmbH, Hamburg
  • 2010:  Ristic AG
  • 2008:  Business Social Compliance Initiative (BSCI)
  • 2006:  Novartis AG, Basel
  • 2004:  Faber Castell AG, Stein bei Nürnberg
  • 2002:  Puma AG, Herzogenaurach
  • 2000:  Otto Versand GmbH & Co, Hamburg