Bessere Entwicklungspolitik durch mehr Konkurrenz?

Max-Weber-Preis für Wirtschaftsethik

Ministerpräsident Kretschmann beim Max-Weber-Preis
Winfried Kretschmann / Quelle: IW Köln

Zum elften Mal verlieh das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln am 9.10.2014 den Max-Weber-Preis für Wirtschaftsethik. Der diesjährige Preisträger, Dr. Christoph Altmann, wurde für seine Dissertation zu „Entwicklungskonkurrenz“ ausgezeichnet.

 

Die Vergabe von Entwicklungsgeldern sollte in einem Wettbewerbsverfahren erfolgen, in welches einheitliche Kriterien für Reformen bei Rechtsstaatlichkeit, politischer Freiheit und Demokratie einbezogen werden könnten. Damit würden geeignete Anreize geschaffen und die Menschen in Entwicklungsländern auch von strukturellen Reformfortschritten profitieren. In seiner Laudatio auf den Preisträger äußerte der DNWE-Vorsitzende Josef Wieland als Mitglied der Preisjury zwar Zweifel, dass für den Vorschlag ein transkultureller Konsens erreicht werden könnte. Das Anliegen, stets wiederholte Dilemmata (hier: Armutsbekämpfung durch Entwicklungshilfe versus Demokratie- und Rechtsstaatsförderung) durch innovative Vorschläge zu neuen Governance-Strukturen aufzulösen, sei neben der ausgezeichneten wissenschaftlichen Qualität der Arbeit eine Hauptaufgabe der Wirtschaftsethik und in diesem Beispiel vorbildlich verwirklicht.

 

Der diesjährige Ausbildungspreis  wurde an Samiel Stäbler für seine Masterarbeit an der Universität zu Köln vergeben. Stäbler untersucht darin, inwiefern Unternehmensverstöße gegen ethische Normen, die eine – meist skandalisierende - mediale Berichterstattung erfahren, das Reputationskapital von Unternehmen abbauen. Wie wirken sich solche CSR-bedingten Markenkrisen, also gewissermaßen die Entwertung des Reputationswerts einer Marke durch nicht-verantwortliches Unternehmens-Verhalten, in unterschiedlichen Branchen und Sektoren aus? Eine für CSR-Strategien höchst relevante Frage, die aber – wie Ingo Pies in seiner Laudatio betonte – auch Fragen nach der medialen Rahmenordnung von Unternehmen aufwirft: „Wird heutzutage wirklich immer das skandalisiert, was inhaltlich skandalwürdig ist, oder vielmehr das, was sich als leicht skandalisierungsfähig erweist? Greift man in den Medien weitgehend unbekannte Unternehmen an, die wirklich Dreck am Stecken haben, oder nimmt man sich lieber den Branchenprimus vor, auch wenn der sich nachweislich Mühe gibt, CSR-Standards einzuhalten?“

 

Die Festrede hielt der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die Einführung Michael Hüther als Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln.

 

Ausführliche Informationen finden sich unter www.max-weber-preis.de.

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