Richtlinie für mehr Unternehmensverantwortung?

Reform des Lageberichts

Paragraphen und Mensch

Bis Ende 2016 muss Deutschland die EU-Richtlinie zur Offenlegung nichtfinanzieller Informationen z.B. bzgl. Menschenrechten und ökologischen Auswirkungen des Unternehmens in nationales Recht umsetzen. Das für die Umsetzung federführende Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) hat ein Umsetzungskonzept erarbeitet und Verbände zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert.

 

Das DNWE hat eine solche Stellungnahme abgegeben, die am 26. Juni 2015 in einer Anhörung des Ministeriums von Prof. Dr. Joachim Fetzer als geschäftsführendem Vorstandsmitglied erläutert wurde.Die Wirksamkeit eines solchen verpflichtenden Berichtselements wird darin grundsätzlich skeptisch beurteilt. Gleichwohl werden einige konkrete Verbesserungsverschläge zu dem Konzept des Ministeriums unterbreitet:

 

- Mehr Mut zur Vorgabe oder wenigstens Empfehlung eines einheitlichen Standards, wenn das Ziel der Maßnahme auch eine größere Vergleichbarkeit sein soll.

- Keine Aufspaltung des Berichtszeitpunktes: Der eventuell getrennte Bericht zu den nicht-finanziellen Aspekten sollte mit dem Lagebericht vorgelegt werden und nicht zu einem anderen Zeitpunkt, um den Zusammenhang der Unternehmensverantwortung deutlich zu machen.

- Die vom Ministerium vorgeschlagene Einbeziehung von Kundenbelangen wird unterstützt.

- Deutlich sollte bleiben: Unternehmensverantwortung ist eine sehr spezifische Größe, die nur bedingt standardisiert werden kann. Wirkliche Unternehmensverantwortung und schnelle Vergleichbarkeit von Berichtsdaten bilden einen Zielkonflikt, in welchem jede Lösung immer nur einen Kompromiss darstellt.

 

Das Konzept des Ministeriums und die Stellungnahme stehen hier zum Download zur Verfügung.

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