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Schon vor Ausbruch der Pandemie stand die liberale Demokratie unter Druck. Wachsende Teile der Bevölkerung fühlen sich durch Globalisierung, Digitalisierung, Migration, veränderte Arbeits- und Geschlechterbeziehung bedroht. In diesen Bevölkerungsgruppen ist oft das Vertrauen in Institutionen (Staat, Wirtschaft, Medien, NGOs) und in die offene Gesellschaft gering. Nicht selten findet autoritäres, populistisches, nationalistisches und rassistisches Gedankengut hier einen fruchtbaren Nährboden.

Und nun also COVID-19 – es ist zu befürchten, dass die Polarisierung der Gesellschaft in Folge der Pandemie eher zu- als abnehmen wird. Aktuelle Studien begründen diese Sorge. So weist z.B. eine Studie der Bertelsmann Stiftung darauf hin, dass in Deutschland überproportional viele Menschen mit niedrigem Einkommen und geringer formaler Bildung negativ betroffen sind. Das Frühlings-Update des Edelman Trust Barometer 2021 zeigt, dass die Schere im Vertrauen in Institutionen zwischen der „informierten“ und der „breiten“ Öffentlichkeit noch größer geworden ist. Dabei ist die Vertrauenskluft in Bezug auf die Wirtschaft am größten. Während die informierte Öffentlichkeit Unternehmen das größte Vertrauen im Vergleich zu anderen Institutionen ausspricht, erhalten sie von der breiten Öffentlichkeit nur neutrale Werte. Gleichzeitig belegt die Umfrage, dass die Mehrheit der Befragten von CEOs erwarten, dass sie sich stärker für politische und vor allem soziale Themen engagieren.

Vor diesem Hintergrund möchten wir die DGCN Teilnehmerkonferenz am 17. November 2021 virtuell und in Berlin zum Anlass nehmen, die Rolle der Wirtschaft in Bezug auf die skizzierten Entwicklungen zu beleuchten. Dabei werden wir uns im Rahmen der Plenumsdiskussion auf die Verantwortung und die Handlungsoptionen von Unternehmen im Hinblick auf Hass, Hetze, Desinformationskampagnen und Verschwörungstheorien fokussieren. Inspiration hierzu gibt auch der kürzlich veröffentlichte „SDG 16 Business Framework“ des UN Global Compact, der Unternehmen dazu aufruft, sich für Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen einzusetzen.

Gemeinsam mit hochkarätigen Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft möchten wir u.a. folgende Fragen erörtern:

Haben Unternehmen eine Verantwortung sich in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen?
Wo verlaufen die Grenzen zu Lobbying und zum Primat der Politik?
Welche Chancen und Risiken ergeben sich für Unternehmen, Haltung gegen Verschwörungsmythen, Desinformation, Hass und Hetze zu zeigen?
Was können Unternehmen tun und welche Handlungsfelder lassen sich identifizieren?
Sind KMUs anders betroffen als Großunternehmen?
Im Anschluss an die Plenumsdiskussion laden wir alle Teilnehmenden zu Learning by Sharing-Sessions zu den Themenschwerpunkten des DGCN ein: Menschenrechte & Arbeitsnormen, Umwelt und Klima, Korruptionsprävention und den Sustainable Development Goals (SDGs).

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