In unserem Archiv finden Sie jeweils das Thema, eine knappe Beschreibung sowie das Tagungsprogramm der Jahrestagung. Sollten Sie darüber hinaus weitere Informationen benötigen, melden Sie sich bitte unter info@dnw.de.

» DNWE-Jahrestagung 2018

Kapital – Ethik – Nachhaltigkeit: Welche Kompetenzen braucht die Praxis? 28./29. Juni 2018 in Frankfurt am Main

Mit dem Fokus auf das Thema Kapital greift die DNWE-Jahrestagung 2018 am Finanzplatz Frankfurt eine klassische wirtschaftsethische Perspektive auf, die wieder an Relevanz gewinnt: Vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise und den Herausforderungen einer auch global ökologisch und sozial nachhaltigen Entwicklung werden derzeit die Rollen der Finanzdienstleister, die Funktion des Kapitalmarkts wie auch die Aufgaben der Geldpolitik und der Regulierung der Finanzmärkte neu diskutiert. Unter Stichworten wie „Transformation der Finanzmärkte“, „Sustainable Finance“ und „Green Finance“ wurden im Jahr 2017 etliche Initiativen ins Leben gerufen und bereits existierende erfahren neuen Auftrieb.

Aber wer definiert, was „grün“, „sozial“, „gut“ oder „nachhaltig“ ist? Und um welche Kompetenzen und Verantwortlichkeiten geht es dabei? Wer ist eigentlich für was verantwortlich und kompetent – oder sollte es sein? Wer beobachtet eigentlich was? Und wer beurteilt wen? Was kann und soll reguliert oder transformiert werden und welche Funktion hat dabei der Wettbewerb von Unternehmen und Finanzdienstleistern um Kunden?

Die DNWE-Jahrestagung 2018 greift zentrale Fragen der Weiterentwicklung der „Sustainable Finance Agenda“ auf und bringt dazu zivilgesellschaftliche, ökonomische und ethische Perspektiven ins Gespräch.

Tagungsprogramm

 

» Business Ethics Summit 2017

Menschen – Daten – Wirtschaftsethik, 22. – 23. Juni 2017 in Darmstadt

Die Digitalisierung in Industrie und Dienstleistung bringt vielfältige Änderungen mit sich. Wir erleben neue Formen der Vernetzung und der Datenverfügbarkeit sowie die Schaffung „intelligenter Systeme“, mit denen das Zusammenspiel von Mensch und Maschine neu definiert wird. Durch die universelle Verfügbarkeit des Internets werden Informations-, Kommunikations- und Partizipationsmöglichkeiten wesentlich ausgeweitet.

Die Veränderungen erfolgen so rasant, dass bislang gebräuchliche Verfahren und Institutionen zur Ausbildung von Recht und Moral, zur Klärung von angemessenem, gerechtem und fairem Verhalten an ihre Grenzen stoßen. Das komplexe Verhältnis von Selbstbestimmung, unternehmerischer Freiheit und Verantwortung, öffentlichem Interesse, Schutz der Natur und der Belange zukünftiger Generationen gilt es angesichts der sich ausweitenden technologischen Möglichkeiten neu zu justieren. Die neuen Gestaltungsmöglichkeiten sind gepaart mit der Forderung nach neuen Formen der Verantwortung für alle an dem Prozess Beteiligten. Unternehmen, Beschäftigte, Konsumenten, Zivilgesellschaft und Politik sind aufgerufen, die Nutzung der modernen Technologien zum Wohl aller zu gestalten und Ängsten wirkungsvoll zu begegnen. Während sich jedoch Industrie und Forschung bereits auf dem Weg zu Innovationen und Technologien befinden, die bisher nur in Science-Fiction-Filmen oder -Büchern zu finden waren, stehen wir bezüglich der ethischen Implikationen, den Anforderungen für ein „gutes Leben“ und der Debatte um geeignete institutionelle Rahmenbedingungen erst am Anfang der Entwicklung.

Das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik und die Schader-Stiftung wollen mit ihrer Tagung die Rolle von Moral und Ethik für Handeln und Entscheiden in diesem Spannungsfeld thematisieren. Wir fragen, ob und in welcher Weise Ethik einen Orientierungsrahmen für das Handeln der beteiligten Personen und Organisationen sowie für die Ausgestaltung der (zivil)gesellschaftlichen und staatlichen Rahmenbedingen liefern kann. An konkreten Kristallisationspunkten der Digitalisierungsdebatte wollen wir uns mit den widerstreitenden Interessen und der Verantwortung der Akteure beschäftigen sowie die Diskussion um Entscheidungsregeln für die konkreten Situationen intensivieren.

 

» Business Ethics Summit 2016

Solidarität 3.0 – Fundament für gesellschaftliches und wirtschaftliches Handeln heute?, 9.-10. Juni 2016 in Darmstadt

Solidarität ist eines der wichtigsten sozialethischen Prinzipien der westlichen Gesellschaft. Ausgehend vom römischen Schuldrecht, in dem die Familie für die Schulden des einzelnen Mitglieds einstehen musste, erlangte der Begriff der „Solidarität“ Ende des 18. Jahrhunderts eine weitreichendere Bedeutung in Politik, Gesellschaft und Moral. Der französische Soziologe Emile Durkheim (1858 – 1917) nannte sie den „Zement, der die Gesellschaft zusammenhält“. Sie beruht auf dem Gefühl der Zusammengehörigkeit, dem Eintreten für gemeinsame Ideale und Interessen sowie dem Bewusstsein gegenseitig aufeinander angewiesen zu sein. Ausdrucksformen sind häufig freiwillige Unterstützungsleistungen symbolischer oder materieller Art, wobei jedoch implizit erwartet wird, im umgekehrten Falle ähnliche Unterstützungsleistungen zu erhalten.

Obwohl unser Wirtschaftssystem scheinbar in erster Linie auf Wettbewerb und die Verfolgung eigener Interessen ausgerichtet ist, finden sich jedoch gerade in der sozialen Marktwirtschaft viele Elemente freiwilligen und verpflichtenden solidarischen Handelns, die Sicherheit und Stabilität gewähren. Hierzu gehören im weitesten Sinne die Einhaltung von Regeln und Normen, die weit über den gesetzlichen Rahmen hinausgehen, die Beiträge zu den Sozialversicherungen, gesellschaftliches Engagement von Unternehmen und Bürgern, Zusammenschlüsse zu Gewerkschaften und Verbänden sowie Elemente starker und identitätsstiftender Unternehmenskulturen.

Ist jedoch das durch die Römer begründete und im 19. und 20. Jahrhundert weiterentwickelte Solidaritätskonzept heute noch adäquat? Sind wir nicht durch die gesellschaftlichen Entwicklungsprozesse der letzten Jahre im Zuge der immer stärker werdenden Individualisierung, Mobilität und Migration, digitale Entgrenzung und ökonomische Globalisierung gezwungen, ein neues, drittes Solidaritätsverständnis zu entwerfen? Sind die alten Konzepte, die auf Identität und Nähe beruhen, angesichts weltweiter Verflechtungen und Ausdifferenzierung heute noch angemessen? Welche neuen Elemente der Zivilgesellschaft können Solidarität begründen? Welche Organisationsformen solidarischen Handelns lassen sich finden und wie sind staatliches, zivilgesellschaftliches, unternehmerisches und individuelles Handeln entsprechend anzupassen?

Mit dem Business Ethics Summit 2016 wollen wir uns auf die interdisziplinär angelegte Suche nach dem neuen Solidaritätskonzept des 21. Jahrhunderts (Solidarität 3.0) machen, dessen Verankerung in der Wirtschaft und Gesellschaft diskutieren und im Dialog miteinander Hinweise für weiteres praktisches Handeln ableiten.

Tagungsprogramm

 

» Business Ethics Summit 2015

Sustainable Development Goals! Wie weiter? Tagung anlässlich der Verabschiedung der SDGs durch die UNO Vollversammlung,  
2. Oktober 2015 in Frankfurt am Main

Mit der Verabschiedung der Sustainable Development Goals (SDGs) durch die UN-Vollversammlung Ende September 2015 entsteht ein neuer Bezugsrahmen für alle Akteure der Wirtschaftsethik: für Unternehmen, für Zivilgesellschaft und Verbände, für Politik und Verbraucher. Mit den SDGs betritt die Welt Neuland, da im Unterschied zu den 2015 auslaufenden Milleniumentwicklungszielen alle Dimensionen nachhaltiger Entwicklung adressiert und hohe Anforderungen nicht nur an Entwicklungsländer, sondern auch an die industrialisierten Länder gestellt werden.

Alle Länder und alle Sektoren sind aufgerufen, Lösungen für die bekannten globalen Herausforderungen zu erarbeiten und sich gemeinsam auf den Weg zu machen, die ambitionierten Ziele Wirklichkeit werden zu lassen. Dabei wird auch Europa neue Lösungen für seine künftige Entwicklung finden müssen und in diesem Sinne auch den Status eines „Entwicklungslandes“ einnehmen. Ungeachtet möglicher Kritik an den Formulierungen der SDGs im Detail wird die größte Herausforderung der SDG’s wohl darin besteht, die praktische Implementierung gesellschaftlicher und moralischer Ziele, Prinzipien und Standards in soziale und wirtschaftliche Praxis zu erreichen – eine der Wirtschaftsethik durchaus bekannte Aufgabe.

Die hier nur knapp skizzierten Aspekte – Intersektorale Nachhaltigkeitsstrategien, Lernen und Kooperation, Implementierungsfokus – und vor allem deren ethische Dimensionen für Wirtschaft, Unternehmen und Gesellschaft standen im Mittelpunkt des vom Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik durchgeführten Business Ethics Summit 2015, der im Auditorium der Commerzbank AG, Frankfurt am Main, am 2. Oktober 2015 stattfand und zusammen mit dem SDSN Germany veranstaltet wurde. An dieser Stelle sei der Commerzbank AG für die großzügige Gastfreundschaft und der Karl-Schlecht-Stiftung für die bedeutende Förderung gedankt.

Tagungsprogramm

 

» EBEN-Annual Conference 2014

Business Ethics in a European Perspective. A Case for Unity in Diversity?, 12th until 14th of June 2014 in Berlin, Germany 

The German Network for Business Ethics (DNWE) was organising the annual conference for its European umbrella organisation (The European Business Ethics Network – EBEN). The conference took place in Berlin from 12-14 June 2014; at the same time the DNWE holt its annual meeting. Cooperation partner and venue of the event is ESMT European School of Management and Technology, located in the former headquarters of State Council of the GDR at Schlossplatz 1.

EBEN and its annual conference brought together academics from almost all European countries and also from beyond Europe. With its annual meetings the DNWE addressed practitioners from companies, associations, NGOs, political institutions and from the media. We welcomed participants from all continents, among them decision makers from the world of business, as well as multipliers from science and teaching.

At a time when the European project is facing big challenges, the EBEN Annual Conference 2014  put questions related to economy and business ethics in a European perspective.

The economy has been the central driving force in the successful legal and economic EU integration process. What role should companies and other players take in further strengthening the cultural, social and economic integration process – if this is really desirable? What is Europe’s part in the creation of global standards in business and culture? Does a “Cultural Europe” already exist, one that influences approaches and action of European stakeholders on the world stage more than they are aware?

The question of unity and historically influenced diversity, natural in politics, has not yet been integrated in a total concept in the field of business ethics. Many questions are being discussed with no regard to the European dimension, focusing either only on the regional and national economy or on global economic relations. The EBEN Annual Conference emphasized European topics, taking into account that the conference will be held directly following the election of the European Parliament.

Program

 

» Symposium 2014

Symposium on Sustainable Development, 12th June 2014 in Berlin

Given the enormous challenges of economic development, social inclusion and the protection of the environment and its natural resources, the necessity of a sustainable development is indisputable. Matters of ongoing discussions are, how to share and differentiate responsibilities in global partnerships, how to relate global goals to national and regional politics and how to build new forms of cooperation and collaboration across sectors. The European Business Ethics Network opened its annual conference with the „Symposium on Sustainable Development“ to contribute to this process and invites the public to discuss new forms to meet these challenges with experts from politics, the civil society and the business world.

Program

 

» Jahrestagung 2013

Nachhaltige Entwicklung – Integrität – Verantwortung
Leitthemen der Wirtschaftsethik, 14. bis 15. Juni 2013 in Berlin auf dem HTW-Campus Wilhelminenhof

Seit der Gründung des DNWE vor 20 Jahren setzen sich engagierte Mitglieder dafür ein, Herausforderungen der Wirtschafts- und Unternehmensethik in Theorie und Praxis zu reflektieren und die Rolle der Ethik in der Wirtschaft zu stärken. 1993 noch ein Nischenthema, ist Wirtschaftsethik heute im gesellschaftlichen Diskurs angekommen. Gleichzeitig hat sich das Themenfeld fachlich und organisatorisch in hohem Maße ausdifferenziert. Im Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik fanden und finden wirtschaftsethische Fragen eine gemeinsame Plattform. Diese haben angesichts fortschreitender Globalisierung, weiter wachsender ökologischer, und immer wieder neuer sozialer Konflikte, nichts von ihrer Brisanz verloren. Wirtschaftsethik ist vielfältiger geworden.

Die Strukturierung der Vielfalt erfolgt entlang unserer Leitthemen:

  • Nachhaltige Entwicklung und die beginnende Suche nach einem weltverbindenden Ethos der Wirtschaft;
  • Integrität, ohne die gute Compliance-Systeme und Compliance-Kulturen nicht zu realisieren sind;
  • Verantwortung in und für die Gesellschaft durch Organisationen, zu denen nicht nur, aber vor allem auch Unternehmen gehören.

Diese Leitthemen der Wirtschaftsethik liefern die Struktur für die Jahrestagung des DNWE – 20 Jahre nach seiner Gründung.

Die Tagung gibt mit den verschiedenen Vorträgen und Workshops Gelegenheit, in den jeweiligen Themenfeldern neue Anregungen zu gewinnen und Querverbindungen herzustellen; sowie andere Interessierte zu treffen, um die Diskussion und Suche nach Lösungen auch über die Tagung hinaus fortzusetzen. Viele der innerhalb des DNWE tätigen Themen- und Regionalforen sind mit Workshops an der Tagung beteiligt und ermöglichen so eine leichte Kontaktaufnahme und die Verabredung gemeinsamer, zukünftiger Aktivitäten. Die Vermittlung aktueller Erkenntnisse, die gemeinsame Generierung neuer Ideen und die Ermutigung für Engagement ergänzen sich in der für das DNWE typischen und weithin einzigartigen Weise.

Tagungsprogramm

 

» Jubiläumssymposium 2013

Verantwortung für eine Nachhaltige Entwicklung, 18. März 2013 in Berlin

Am 18. März 2013 lud das DNWE zum Jubiläumssymposium in das Haus der Commerzbank am Pariser Platz 1. Im mit 100 Personen vollbesetzten Saal brachte das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik zum Ausdruck, wofür es seit seiner Gründung steht: Für die Frage nach der Verantwortung in Wirtschaft und Gesellschaft. Prof. Dr. Joachim Fetzer als geschäftsführender Vorstand begrüßte zunächst die anwesenden Mitglieder des DNWE-Gründungsvorstandes, die Redner und alle Gäste.

Den Auftakt der Gastredner machte Prof. Dr. Berhard Vogel, Ministerpräsident a.D., mit einem Vortrag zu Menschenwürde und Gemeinwohl in der Politik. Prof Dr. Klaus. M. Leisinger stellte danach Überlegungen des UN High-Level-Panel zur Rolle der Unternehmen für eine nachhaltige Entwicklung vor. Er betonte die langfristigen Vorteile von Multistakeholderdialogen, die gerade im Kontext globaler Problemstellungen Konsens und Selbstbindung aller Beteiligten versprechen. Schließlich nahm Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker zum Rio+20-Prozess Stellung und wünschte sich ein global gestaltetes, durchsetzungsfähiges Regelwerk zur Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen. 

Mehr politische Steuerung in diesem Bereich wünschten sich überraschenderweise auch Vertreter von Faber-Castell, Tchibo und Ristic, die anschließend zum Roundtable geladen waren um darüber zu diskutieren, was es bedeutet, ein „First-mover“ in Sachen Unternehmensverantwortung zu sein. Die Forderung nach mehr politischen Vorgaben blieb allerdings nicht uneingeschränkt – Peter Ristic wies auf die Gefahr einer Überreglementierung hin, die vorbildliche Initiativen mit bürokratischen Hindernissen erdrücken könne. Alle drei Unternehmen sind Träger des vom DNWE verliehenen Preises für Unternehmensethik, der für vorbildliche Initiativen in diesem Bereich verliehen wird.

Am Ende der Veranstaltung zog Prof. Dr. Josef Wieland, Vorsitzender des DNWE, einige Schlussfolgerungen und ein positives Fazit: Was vor 20 Jahren als theoretisches Nischenthema galt, hat heute seinen Weg in die Praxis gefunden; die Schwerpunktthemen des DNWE – Nachhaltige Entwicklung, die Verantwortung von Organisationen sowie Integrität und Compliance – haben ihren Platz in eigenen Firmenabteilungen gefunden. Die großen Herausforderungen der Gegenwart sieht auch Josef Wieland im Management eines globalen Wirtschaftens – und wünscht sich dabei eine Akzentverschiebung: Vom interkulturellen Management, welches die Differenzen betont, hin zu einer transkulturellen Leadership, welche Gemeinsamkeiten sucht und auf diese setzt.

Nach Ende des offiziellen Programms nutzten die anwesenden Gäste beim Empfang rege die Möglichkeit, mit den Rednern und miteinander ins Gespräch zu kommen – und trugen so dem Netzwerkgedanken Rechnung. Wir danken allen Unterstützern, in diesem Fall vor allem der Commerzbank AG, allen Referenten und Gästen für einen interessanten, stimmungsvollen Abend und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen im Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik!

Tagungsprogramm

 

» Jahrestagung 2012

Markt. Mensch. Mittelstand. Unternehmerische Verantwortung lernen und leben, 13. bis 15. September 2012 in Heilbronn

Der unternehmerische Mittelstand gilt als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Zu Recht, wenn man sich den Erfindergeist, die Ausbildungs- und Beschäftigungsquote, die hohe Flexibilität und den wirtschaftlichen Erfolg vieler kleiner und mittelständischer Firmen vor Augen führt. In der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise wurde darüber hinaus als zentraler Vorteil vieler Mittelstandsbetriebe herausgestellt, dass diese meist Eigentümergeführten Familienunternehmen nicht dem Diktat der Shareholder unterliegen. Mittelständler planten langfristiger, handelten oft werteorientierter und hätten eher noch den Blick für den Menschen – so die Argumente. Mittelständische Unternehmen empfehlen sich daher für wirtschaftsethische Veranstaltungen als „Vorzeige-Firmen“. Doch auch Mittelständler stehen im Zeitalter der Globalisierung vor enormen Herausforderungen:

Wie kann in mittelständischen Unternehmen unter dem „Diktat des Marktes“ gesellschaftliche Verantwortung übernommen werden?

Ist es möglicherweise gerade der „besondere Blick für den Menschen“, mit dem Mittelständler so erfolgreich wirtschaften – auch international?

Was sind angemessene und effektive Mittel, um Markt und Mensch in ein wirtschafts-ethisch stimmiges Verhältnis zu bringen?

Mit dieser Tagung wollen wir die unternehmerische Verantwortung in mittelständischen Betrieben im Spannungsfeld von Markt und Mensch ausloten. Viel Positives, das bereits in der Praxis gelebt wird, kann als Anschauungsmaterial für gutes Gelingen dienen. Herauszufinden, warum und wie es funktioniert, ist Aufgabe wirtschaftsethischer Reflexion. Hierzu freuen wir uns auf den Austausch mit Unternehmerpersönlichkeiten des Mittelstandes, mit Vertretern der Wissenschaft, insbesondere mit Studierenden und Doktoranden, sowie mit Förderern und Freunden der wirtschaftsethischen Diskussion in Gesellschaft und Politik.
Für die Übernahme der Schirmherrschaft durch das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg danken wir dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Dr. Nils Schmid.
 

 

» Jahrestagung 2011

Vertrauen in Vergleichbarkeit? Internationale Standards ethischer Unternehmensführung, 8. bis 9. April 2011 in Elmshorn bei Hamburg

Vom 8 bis 9. April 2011 findet in der Nordakademie in Elmshorn bei Hamburg die dnwe-Jahrestagung 2011 statt. Das Vorbereitungsteam des dnwe- Regionalforums Nord lädt alle dnwe-Mitglieder und Interessierte bereits heute herzlich dazu ein, sich das erste Aprilwochenende hierfür freizuhalten.

Das Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft schwindet. Unternehmen und Wirtschaftsverbände erleben – Meinungsforschern zufolge – ein diffuses Vertrauensdefizit. Ist die Orientierung an nationalen und internationalen ethischen Standards für die Unternehmensführung ein hilfreiches Instrument? Globales Wirtschaftsethos, Deutscher Corporate Governance Kodex, UN Global Compact, Leitbild eines ehrbaren Kaufmanns oder der neue ISO 26.000 – Leitfaden gesellschaftlicher Verantwortung: Diese Aufzählung der Standards, an denen Unternehmen und Organisationen sich orientieren können, ist keineswegs vollständig. Doch nicht nur die Bandbreite der Möglichkeiten wirft Fragen auf. Die Umsetzung in Prozesse, die Verbindlichkeit und die Priorisierung sind Diskussionspunkte mit und für Unternehmenslenker.

Unter dem Titel „Vertrauen in Vergleichbarkeit?“ wollen wir der Frage nachgehen, ob Standardisierungsbestrebungen Vertrauen schaffen oder erhalten können:

  • Bieten vergleichbare Standards einen überzeugenden Rahmen für eine verbindliche ethische Unternehmensführung?

  • Lässt sich Ethik überhaupt standardisieren?

  • Ab wann gilt ein Standard als durchgesetzt und wer kann Standards bzw. ihre Durchsetzung „überwachen“?

  • Können freiwillige Standards „funktionieren“ bzw. tragen sie zu einer ethischeren Wirtschaftskultur bei?

An den zwei Tagen werden mit prominent besetzten Podien und in interaktiven Workshops diese und weitere Fragen gemeinsam mit unterschiedlichen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verbänden kritisch betrachtet. Im Rahmen der Tagung haben dnwe-Mitglieder, Interessierte und Gäste die Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam die Möglichkeiten und Grenzen der Umsetzung ausloten.

Tagungsprogramm

 

» Jahrestagung 2010

Religion: Störfaktor und Ressource in der Wirtschaft, 19. bis 20. März 2010 in Bonn

Die Zeichen der Zeit deuten darauf hin, dass der Faktor Religion weltweit wieder an Bedeutung gewinnt. Gegenüberder Wirtschaft erscheint Religion ambivalent: Einerseits wird sie als Störfaktor wahrgenommen (Stichwort: 9/11), andererseits als moralische und sinnstiftende Ressource,„deren semantische Potentiale noch nicht ausgeschöpft“sind (Habermas).
Dieses Spannungsverhältnis von Störfaktor und Ressource, in dem sich Religion und Wirt-schaft begegnen, stellt die DNWE-Jahrestagung 2010 zur Diskussion. Angesichts der Debatte um die Wiederkehr der Religion soll die Tagungaus wirtschaftsethischer Perspektive zur Klärung zweier fundamentaler Fragen beitragen:

  • Welche Bedeutung kommt Religion empirisch für dieWirtschaft zu – für Individuen, für Unternehmen, fürWirtschaftskultur und Wirtschaftsordnung?
  • Welche Relevanz besitzt das Religiöse konzeptionellinnerhalb der Wirtschaftsethik und welche Rolle wird ihmzugemessen?

Vertreter von Religion, Wirtschaft und Wissenschaft beleuchten diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Tagung richtet sich an Verantwortungsträger in Wirtschaft, Kirchen, Religionsgemeinschaften, Wissenschaft und Gesellschaft.

Tagungsprogramm

 

» Jahrestagung 2009

CSR in der Wirtschaftskrise: Die Verantwortung der öffentlichen Akteure, 24. bis 25. April 2009 in Bonn

Das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik veranstaltet gemeinsam mit der Ernst & Young AG seine Jahrestagung in Bonn zum Thema: „CSR in der Wirtschaftskrise: Die Verantwortung öffentlicher Akteure“. Es geht um die Frage, inwieweit CSR durch die Diskussion in Medien und Politik beeinflusst und gestaltet wird und inwieweit hier auch gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise Verantwortung der Öffentlichkeit entsteht, einen Beitrag für die Ermöglichung korporativer Verantwortungsübernahme zu leisten. Die Veranstaltung richtet sich an Praktiker und Führungsverantwortliche aus Politik und Wirtschaft ebenso wie an Wissenschaftler, Medienvertreter und Akteure der Zivilgesellschaft. Ziel ist es, die Frage der Ermöglichung und Unterstützung unternehmerischer Verantwortung und den hierfür notwendigen Voraussetzungen in Politik und Gesellschaft aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.

Tagungsprogramm

 

» Jahrestagung 2008

Corporate Social Responsibility – Reichweiten der Verantwortung, 4. bis 5. April 2008 in Bonn

Tagungsprogramm

 

» Jahrestagung 2007

Wirtschaftskriminalität und Ethik – Unternehmen in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung, 22. bis 24. März 2007 in Berlin

Das Engagement der Studierendenorganisation des DNWE – sneep – stieß auf der DNWE Jahrestagung in Berlin auf sehr positive Resonanz. Die Podiumsdiskussion zum Berliner Bankenskandal, die von der sneep Lokalgruppe Berlin veranstaltet wurde, war entsprechend gut besucht, was sicher auch an der Aktualität des Themas lag: Einen Tag vor Tagungsbeginn hatte das Berliner Landgericht im Schlüsselprozess um die Berliner Bankenaffäre den früheren CDU-Politiker und Manager Klaus Landowsky zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten wegen Untreue verurteilt. Auf der Mitgliederversammlung appellierte sneep an eine stärkere Kooperation mit den Regionalforen des DNWE, um den Austausch zwischen Studierenden und erfahrenen Wissenschaftlern und Praktikern voranzutreiben.

Tagungsprogramm

 

» Jahrestagung 2006

Generationengerechtigkeit als Aufgabe von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, 07. bis 08. April 2006 in Seeheim – Jugendheim

Angesichts demographischer, sozialer und ökonomischer Veränderungen hat das klassische „Generationenmodell“, in dem die Jungen für die Alten sorgen, ausgedient. Generationengerechtigkeit bezieht sich nicht mehr ausschließlich auf die Solidarität der Jungen mit den Alten, sondern ist zum vielschichtigen Problem zwischen den Generationen geworden und muss letztlich als Begriff neu definiert werden.
Entsprechend hat sich der Begriff der „Generationengerechtigkeit“ als Schlagwort in der aktuellen politischen Debatte etabliert. Dabei ist die Intention derer, die diesen Begriff im Munde führen, durchaus unterschiedlich. Während die einen damit die Verantwortung der jetzt Lebenden für die Erhaltung einer lebenswerten Umwelt und stabiler sozialer Bedingungen für die zukünftigen Generationen meinen, bezeichnet der Begriff für andere den Anspruch, einen gerechten Ausgleich zwischen den jetzt lebenden Generationen im Sinne einer sozialen Gerechtigkeit herbeizuführen. Entsprechend kann sich „Generationengerechtigkeit“ sowohl als Intergenerationengerechtigkeit beispielsweise zwischen den heutigen und den zukünftigen Generationen äußern. Zum anderen umfasst der Begriff aber auch eine intragenerationelle Dimension und bezeichnet mithin Gerechtigkeitsaspekte zwischen den zeitgleich Lebenden, so beispielsweise zwischen Arbeitslosen und Arbeitnehmern oder zwischen Armen und Reichen.

Die Tagung „Generationengerechtigkeit“ möchte zum einen zur Klärung und inhaltlichen Aufarbeitung des Begriffs der „Generationengerechtigkeit“ beitragen. Insbesondere gilt es, den Begriff der „Generationengerechtigkeit“ vor dem Hintergrund der sozialen Bedingungen in Deutschland zu konkretisieren. So etwa lässt sich fragen, inwieweit sich Generationengerechtigkeit im Sinne einer sozialen Nachhaltigkeit definieren lässt und wie dies innerhalb des Konzeptes einer Sozialen Marktwirtschaft zum Ausdruck gebracht werden kann.

Zum zweiten ist es das Anliegen der Tagung, die Frage nach den konkreten Möglichkeiten zur Umsetzung von Generationengerechtigkeit innerhalb der Sozial- und Wirtschaftspolitik zu stellen.

Schließlich stellt sich zum dritten die Frage, wie sich konkrete Vorstellungen von Generationengerechtigkeit auf der Ebene der Unternehmung zur Geltung bringen lassen.

Tagungsprogramm

 

» Jahrestagung 2004

Ethik für Banken und Finanzintermediäre, 26. bis 27. März 2004 in Seeheim-Jugenheim

Der Einfluss der internationalen Kapitalmärkte auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ist in den vergangenen zehn Jahren stark gewachsen. Dabei konnten die gesetzlichen Regeln und staatlich organisierten Überwachungsinstitutionen mit dieser Entwicklung nicht immer Schritt halten. Die sich in jüngster Zeit häufenden Finanzskandale haben das Vertrauen in die Integrität der Marktteilnehmer und in die Funktionsfähigkeit der staatlichen Aufsichtsorgane schwer erschüttert. Zugleich müssen sich die Finanzinstitute immer wieder mit kritischen Problemfeldern beschäftigen (z.B. Insidergeschäfte, Geldwäsche, Schwarzgelder, Holocaustgelder u.a.), die dem Image der Branche schaden und die Frage nach einem ethisch akzeptablen Verhalten aufwerfen. Angesichts dieser Situation wird der Ruf nach schärferen Gesetzen und wirksameren Kontrollen immer lauter. Banken und Finanzintermediäre versuchen, durch Selbstregulierungsaktivitäten die Notwendigkeit einer stärkeren staatlichen Regulierung des Kapitalmarkts zu kompensieren.

Es ist an der Zeit, die Möglichkeiten und Grenzen einer ethischen Orientierung der Finanzbranche genauer auszuloten. Dabei stehen folgende Fragen in Zentrum:

  • Der globale Kapitalmarkt höhlt nationalstaatliche Regelungskompetenzen aus, ohne dass supranationale Steuerungsinstrumente hinreichend wirken. Welche Spielräume hat der Gesetzgeber? Was kann durch Selbstregulation gelöst werden? Lässt sich der Kapitalmarkt so steuern, dass das Gemeinwohl gesichert wird?
  • Reagieren die Finanzinstitute auf kritische Issues wie Insidergeschäfte, Korruption, Geldwäsche und Holocaustgelder rechtzeitig und angemessen? Unrealistische Prognosen, falsche Analysen und fragwürdige Kaufempfehlungen haben zu einem massiven Vertrauensverlust geführt. Wie können die Interessenkonflikte im Investment-Banking und im Research gelöst werden?
  • Welchen Beitrag können und sollen die Finanzinstitute zur nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft leisten? Welche Bedeutung haben Green-Banking, Nachhaltigkeitsfonds und Nachhaltigkeitsanalyse? Welche Rolle sollen die Kreditinstitute in der Entwicklungsfinanzierung spielen?
  • Die Rolle der Medien im Bereich der Wirtschafts- und Finanzberichterstattung ist nicht transparent genug. Brauchen wir eine Ethik für die Finanzberichterstattung?

 

» Jahrestagung 2003

Nachhaltigkeit: Grundlage einer neuen Wirtschaftsethik?, 3. bis 5. April 2003 in Seeheim-Jugenheim

Die Herausforderung Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit beginnt sich zunehmend als neues Unternehmensleitbild durchzusetzen. Doch bei der Umsetzung des Leitbilds in die Praxis hapert es noch. Vor allem aber ist noch offen, wie und mit welchen Mitteln Nachhaltigkeit sowohl in die Strategiefindung als auch in die operative Umsetzung zu integrieren ist. Damit war die Themenstellung der 10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik gesetzt: Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsidee in die Unternehmenspraxis.

Das Programm: Ein Spektrum aus der Praxis

Das thematische Spektrum reichte von Anreizsystemen zur Umsetzung nachhaltiger Entwicklung über die Rolle des Stakeholder-Dialogs und das Thema Kulturverträglichkeit – als ein Kriterium der Nachhaltigkeit – bis hin zu den Herausforderungen für die Innovations- und Fortschrittsethik. 

Tagungsprogramm