Handbuch Compliance-Management

Handbuch Compliance-Management Cover

Das unter der Herausgeberschaft von Josef Wieland, Roland Steinmeyer und Stephan Grüninger entstandene Handbuch Compliance-Management
Konzeptionelle Grundlagen, praktische Erfolgsfaktoren, globale Herausforderungen (Erich Schmidt Verlag) ist erschienen.

Nachhaltige Compliance ist ein wesentlicher Aspekt erfolgreicher Unternehmensführung und damit Führungs- und Managementaufgabe. Diese Grundüberzeugung steht im Fokus des neuen Handbuchs. Die Verfasser erläutern, welchen Charakter und welche Mindestanforderungen ein erfolgreiches Compliance-Management in Wirtschaft und Verwaltung heute erfüllen muss, um glaubwürdig, effizient und effektiv zu sein. Darüber hinaus thematisieren die konzeptionellen und zugleich praxisorientierten Beiträge auch die noch offenen Fragen an das Compliance-Management, besonders in einer globalisierten Wirtschaftswelt. Die Beiträge sind von Wissenschaftlern und erfahrenen Praktikern verfasst.
Weitere Informationen, auch zur Bestellung, finden Sie auf der Homepage des ESV unter folgendem Link:

http://www.esv.info/978-3-503-12057-4

ComplianceProgramMonitor ZfW

NEUER LEITFADEN FÜR DAS COMPLIANCE MONITORING IN UNTERNEHMEN

ComplianceProgramMonitor Cover

COMPLIANCEPROGRAMMONITOR(ZFW) ZUM DOWNLOAD (ENGLISCH)

ComplianceProgramMonitor (englisch) (605,1 KiB)

COMPLIANCEPROGRAMMONITOR(ZFW) ZUM DOWNLOAD (DEUTSCH)

ComplianceProgramMonitor (deutsch) (985,2 KiB)

 
Integritäts- und Redlichkeitsmanagement und die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Führung der Geschäfte gewinnen unter dem Stichwort Compliance zunehmend an Gewicht. Mit seiner wachsenden Bedeutung wandelt sich der Begriff auch außerhalb der Finanzdienstleistungsbranche zur konkreten Anforderung an die Regeln und Instrumente der Geschäftsführung. Damit gewinnt die Frage an Gewicht, was mit Compliance eigentlich gemeint ist. Welche Rückwirkungen ergeben sich auf traditionelle Funktionen, wie etwa Rechtsabteilung, Interne Revision, Unternehmenssicherheit, Umweltschutz oder Personal? Welche funktionalen und organisatorischen Konzepte liefern angemessene Lösungen für die Umsetzung der rechtlichen und ethischen Zielsetzungen des Compliance Managements in einem Unternehmen? Welche Bedeutung hat Compliance für die gesamten Managementsysteme wie beispielsweise Führungs- und Kompensationsverfahren, Trainingsprogramme und das Interne Kontrollsystem, und wie soll die Einhaltung der Maßnahmen überwacht werden?

Zweck des unter Beratung und Mitwirkung des AfW – Anwenderrat für WertemanagementZfWentwickelten Leitfadens ist die Bereitstellung von Prinzipien und Anleitungen für eine überwachende und steuernde Begleitung und Überprüfung (Monitoring) der Entwicklung, Implementierung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines effektiven Compliance-Programms in privaten und öffentlichen Organisationen.

Das Institut der Wirtschaftsprüfer hat im März 2010 einen Prüfungsstandard zu den Grundsätzen ordnungsmäßiger Prüfung von Compliance Management Systemen (IDW EPS 980) verabschiedet, in dem das IDW seine Berufsauffassung zur Durchführung solcher Prüfungen dargelegt (abrufbar unter http://www.idw.de/idw/portal/n281334/n281114/n281116/index.jsp). Verbände wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI), der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) sowie das Deutsche Institut für Interne Revision e.V. (DIIR) und Unternehmensvertreter der BASF SE und der ABB Deutschland AG haben die Möglichkeit genutzt und Stellung zum o.g. Standard genommen. Insbesondere verweisen die Kommentare auf eine Ergänzung der im Prüfungsstandard aufgelisteten Referenzstandards um europäische Standards; der VDMA verweist hierbei explizit auf die Relevanz des ComplianceProgramMonitorZfW.

Die Initiatoren des ComplianceProgramMonitorZfW, Prof. Dr. habil. Josef Wieland und Prof. Dr. Stephan Grüninger, laden die Fachgemeinde herzlich ein, den ComplianceProgramMonitorZfWzu kommentieren und Vorschläge zu seiner Verbesserung einzureichen. Außerdem freut sich das Zentrum für Wirtschaftsethik als die Herausgeberin des ComplianceProgramMonitorZfWüber Feedback von Unternehmen und öffentlichen Organisationen sowie von Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften über die Erfahrungen bei der Anwendung des Leitfadens.

Verhaltenskodizes

Anerkenntnis fremder Verhaltenskodizes (Stellungnahme des ZfW):
Hier finden Sie die aktuelle Stellungnahme des ZfW zur Anerkenntnis fremder Verhaltenskodizes.

ISO 26000 – Guidance Document on Social Responsibility

Ziel der internationalen Norm ISO 26000 („Guidance Document on Social Responsibility“) ist, allen Arten von Organisationen – unabhängig von ihrer Größe und ihren Tätigkeiten in entwickelten oder sich entwickelnden Teilen der Welt – einen Orientierungsrahmen zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen zu bieten und somit einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. ISO 26000 ist dabei als Leitfaden angelegt, der die strategische Planung und Umsetzung von gesellschaftlicher Verantwortung erleichtern soll.
Es wird im Text ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die ISO 26000 keine Managementsystemnorm (wie z. B. ISO 14001) ist und weder für Zertifizierungszwecke noch für gesetzliche oder vertragliche Anwendungen vorgesehen und auch nicht geeignet ist.

Die Inhalte dieser Norm – Prinzipien, Praktiken, Kernthemen und Handlungsfeldern gesellschaftlicher Verantwortung – werden innerhalb der ISO Arbeitsgruppe („ISO/TMB Working Group on Social Responsibility“) diskutiert. Hierbei handelt es sich um einen Multistakeholder-Dialog mit unterschiedlichen Interessenvertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Die Experten sind jeweils sechs Stakeholdergruppen zugeordnet: Wirtschaft („industry“), öffentliche Hand („government“), Nichtregierungsorganisationen („NGO“), Gewerkschaften („labour“), Verbraucher („consumer“), Berater, Dienstleister, Wissenschaftler und andere („Service, Support, Research and others“, kurz SSRO).  
Der ISO Arbeitsgruppe gehören mittlerweile 431 Experten aus über 90 Nationen an, die ihrerseits durch 193 stimmrechtslose Beobachter unterstützt werden (Stand: März 2010). Des Weiteren arbeiten gegenwärtig 43 Repräsentanten von Organisationen mit Liaison-Status, wie beispielsweise die International Labour Organization (ILO) oder der Global Reporting Initiative (GRI), mit.

Weitere Informationen über ISO 26000, die ISO-Arbeitsgruppe sowie Arbeitsdokumente einschließlich des aktuellen Normentwurfs (DIS, Draft International Standard) können über die Webseite der ISO-Arbeitsgruppe (www.iso.org/wgsr) abgerufen werden.

Normenausschuss 095-04-01 AA: „Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen“ des DIN

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat 2005 einen Fachausschuss („NASG-AA1 Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen“) ins Leben gerufen, der sich als Spiegelgremium zur ISO Arbeitsgruppe definiert.
Im Fachausschuss sind die sechs Stakeholdergruppen mit von ihnen delegierten Experten vertreten. Ihre Aufgabe ist es die Arbeiten der ISO WGSR zur ISO 26000 auf nationaler Ebene zu diskutieren und durch Vorschläge und Kommentare aktiv zu begleiten.

Prof. Dr. Josef Wieland vom Konstanz Institut für WerteManagement (KIeM) als Experte

Das Konstanz Institut für WerteManagement (KIeM) ist über die Mitgliedschaft von Herrn Prof. Dr. Josef Wieland im DIN-Fachausschuss vertreten. Als Experte der Stakeholdergruppe SSRO und stimmberechtigtes Mitglied vertritt er die Interessen der deutschen Delegation in der ISO-Arbeitsgruppe.
Herr Wieland ist im deutschsprachigen Raum ein versierter Kenner des ISO 26000 Prozesses, da er von der Geburtsstunde an Teil dieses Prozesses war.

Maud Schmiedeknecht, Mitarbeiterin am Konstanz Institut für WerteManagement, begleitet wissenschaftlich den ISO 26000 Prozess, die Aushandlung eines transnationalen Verständnisses der gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen.

KIeM Publikationen zur ISO 26000

  • Schmiedeknecht, M. (2010): Was bedeutet gesellschaftliche Verantwortung in Zeiten der Globalisierung und des wirtschaftlichen Umbruchs? – Die Konstruktion einer globalen Norm zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen (ISO 26000). In: Polledri, E., Drews-Sylla, G., Leontij, H., Dütschke, E. (Hrsg.): Konstruierte Norm[alität][en] – normale Abweichung[en]. Tagungsband. Wiesbaden: VS-Verlag, S. 299 -310.
  • Schmiedeknecht, M. (2009): Stakeholder Governance von Netzwerkkooperationen. Eine Betrachtung der Ressourcen von Multistakeholder-Dialogen am Beispiel der ISO 26000. In: Wieland, J. (Hrsg.): CSR als Netzwerkgovernance – Theoretische Herausforderungen und praktische Antworten, Marburg: Metropolis, S. 37 – 65.
  • Schmiedeknecht, M. (2008): ISO 26000. Reflecting the Process of a Multi-stakeholder Dialogue – An empirical study. KIeM Working Paper No. 29/2008.
  • Wieland, J./ Schmiedeknecht, M. (2007): ISO 26000 as a Network Discourse. An empirical study. In: Wieland, J. (Hrsg.): Governanceethik und Diskursethik. Ein zwangloser Diskurs, Marburg: Metropolis, S. 137-171.
  • Wieland, J. (2007): Idealistische, ideale und reale Diskurse. Governanceformen des Diskurses. In: J. Wieland (Hrsg.): Governanceethik und Diskursethik. Ein zwangloser Diskurs. Marburg: Metropolis, S. 13-59.
  • Wieland, J./ Schoenheit, I./ Kleinfeld, A. (2006): Corporate Social Responsibility. Nutzen und Herausforderungen einer Internationalen Norm. In: DIN-Mitteilungen. Zeitschrift für deutsche, europäische und internationale Normierung, September 2006, S. 31-36.
  • Schmiedeknecht, M. (2006): Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen. Erarbeitung eines internationalen ISO Standards ‚Social Responsibility‘ (ISO 26000). In: FORUM Wirtschaftsethik 14. Jg., Nr. 4/2006, S. 31-35.

CSR Forum
In dem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) initiierten nationalen CSR-Forum arbeiten Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft und Politik. Seit Anfang 2009 berät es die Bundesregierung bei der Entwicklung einer nationalen CSR-Strategie. Mit der CSR-Strategie verfolgt die Bundesregierung zwei Ziele: Erstens die Förderung von CSR durch die Erhöhung der Sichtbarkeit in der breiten Öffentlichkeit und dadurch die Schärfung des deutschen CSR-Profils im In- und Ausland. Zweitens geht es darum, durch die Schaffung eines positiven Umfeldes für CSR zu einer sozialen und ökologischen Gestaltung der Globalisierung beizutragen.

Das nationale CSR-Forum hat sich auf sechs prioritäre politische Handlungsfelder verständigt und erarbeitet derzeit konkrete Maßnahmen und Instrumente zu ihrer Umsetzung.
Als wichtige politische Aktionsfelder empfiehlt das CSR-Forum der Bundesregierung die Förderung der Verbreitung von CSR bei Unternehmen, die Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit, die Stärkung von CSR in internationalen Zusammenhängen und die Einbeziehung des Themas in Bildung, Ausbildung und Forschung sowie um die Schaffung eines CSR-förderlichen Umfeldes.

Herr Prof. Wieland ist im Januar 2009 in das CSR-Forum berufen worden.