Im Zuge der Coronakrise versuchen zahlreiche Pharma- und Biotechfirmen mit Hochdruck einen Impfstoff zu entwickeln. Mit einem sicheren und zugelassenen Wirkstoff wird dabei bis etwa Mitte des kommenden Jahres gerechnet. Fraglich ist dabei nach welchen Kriterien die Impfdosen verteilt werden sollen. Es ist anzunehmen, dass ein Großteil, wenn nicht alle Staaten der Erde, Interesse an den Impfmitteln haben dürften – gleichzeitig ist klar, dass nicht sofort genügend Mittel zur Verfügung stehen dürften. Fraglich ist damit, nach welchen Kriterien die Zuteilung erfolgen sollte. Zur Diskussion stehen unter anderem die Allokation über den Preis, nationale Kontingente oder die Zuteilung nach Bedürftigkeit.

Die geplante Kooperationsveranstaltung des DNWE mit dem Zentrum für Gesundheitsethik (ZfG) soll sich auf die internationale Makroebene konzentrieren. Fragen nach der durch den Arzt indikationsbezogenen Zuteilung werden nur untergeordnet betrachtet.

Programm

Begrüßung

Impulse:

Prof. Dr. Josef Wieland | Direktor des „Leadership Excellence Instituts“ (LEIZ) der Zeppelin Universität und Vorsitzender des DNWE-Kuratoriums
Dr. Julia Inthorn |
Direktorin des Zentrums für Gesundheitsethik an der Evangelischen Akademie Loccum
Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Leisinger
| Präsident der Stiftung Globale Werte Allianz

Diskussion der Referenten

Offene Diskussions- und Fragerunde mit Einbindung des Auditoriums

Ausblick und Verabschiedung

Speaker

Dr. Julia Inthorn

Dr. Julia Inthorn ist seit Oktober 2018 Direktorin des Zentrums für Gesundheitsethik in Hannover.  Sie ist Mathematikerin und Philosophin. 2010 promovierte sie mit einer wissenschaftstheoretischen Arbeit in Philosophie. Nach Stationen und Forschungsarbeit an Universitäten in München, Wien, Göttingen, Uppsala und Mainz übernahm Sie die Leitung des Zentrums für Gesundheitsethik. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen bei ethischen Fragen der Digitalisierung von Medizin und Pflege, Risikokommunikation, Gesundheit und Gerechtigkeit und ethischen Fragen am Lebensanfang und Lebensende. Ihr Forschungsansatz ist empirisch-ethisch ausgerichtet und verbindet sozialwissenschaftliche Methoden mit normativen Ansätzen. Sie ist Mitglied der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer.

Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Leisinger

Klaus M. Leisinger ist Professor (em.) für Soziologie an der Universität Basel sowie Gründer und Präsident der Stiftung Globale Werte Allianz. Nach mehrjähriger Managementverantwortung für ein Pharmaunternehmen in Ostafrika war er bis zum Jahre 2013 Präsident und CEO der Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung. Er forscht, lehrt und berät Unternehmen zu Corporate Responsibility Sachverhalten im Kontext der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung. U.a. diente er UNO Generalsekretär Kofi Annan als Special Advisor on the Global Compact und ist Mitglied des „Leadership Councils des UN Sustainable Development Solutions Network“.

Prof. Dr. Josef Wieland

Josef Wieland ist Professor für Institutional Economics, Organisational Governance, Integrity Management & Transcultural Leadership und Direktor des Leadership Excellence Institute Zeppelin sowie seit 2017 Vizepräsident Forschung an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Von 2012 bis 2018 war er Vorsitzender des Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik. Er ist Mitglied des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierten CSR-Forums der Bundesregierung, Co-Leiter der Lenkungsgruppe „Berliner CSR-Konsens“ und hat an der Entwicklung des Standards ISO 26000 mitgearbeitet.

Prof. Dr. Josef Wieland ist Träger des Max-Weber-Preises für Wirtschaftsethik 1999 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln sowie des Preises für Angewandte Forschung (Landesforschungspreis) Baden-Württemberg 2004. Seit 2005 ist er Mitglied des Kuratoriums für die Vergabe des Max-Weber-Preises für Wirtschaftsethik.

Benjamin Roth

Benjamin Roth ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Gesundheitsethik (ZfG) der Ev. Akademie Loccum in Hannover. Er studierte Gesundheitsökonomie, Theologie und Germanistik in Köln und Augsburg, anschließend studierte er, nach einem ¾-jährigen Aufenthalt am Universitätsklinikum in Padua, den Master Medizin-Ethik-Recht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Heute beschäftigt er sich mit innovationsethischen Fragen im Pharmawesen, wie etwa Patentauslaufstrategien, Pharma-CSR oder den anreizethischen Anforderungen an Direktverträge in der Arzneimittelerstattung. Sein aktuelles Spezialgebiet bilden dabei ordnungsethische Fragen innerhalb der allergologischen Industrie.

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Quirin Kissmehl
Geschäftsführer DNWE
+49 7531 206439
kissmehl@dnwe.de

 

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